Intern |  Impressum |  Datenschutz |  Kontakt   Infotelefon: 0341 – 303 450 0

Bereitstellungszinsen niedrig halten

Was sind Bereitstellungszinsen und weshalb fallen sie extra an?

Bereitstellungszinsen werden von Banken dann erhoben,  wenn die Kreditmittel längerfristig bereitgestellt werden, aber der tatsächliche Abruf erst später stattfindet.  Wenn Sie den z.B. Baufinanzierungsvertrag abgeschlossen haben, aber die Kaufverhandlungen sich in die Länge ziehen.

Bei einem Neubauvorhaben oder Modernisierungen wird das Darlehen in Teilen abgerufen. Sobald der Rohbau steht, wird die Baufirma mit einem Teil des  Darlehensbetrages bezahlt. Der Kunde bezahlt nun Darlehenszinsen für die abgerufenen Summe und Bereitstellungszinsen für den nicht beanspruchten Teil des  Darlehens.

Damit die Kosten kalkulierbar bleiben, bieten Kreditinstitute eine bereitstellungszinsfreie Zeit an, in der man genau von diesen Bereitstellungszinsen befreit ist.

Dieser Zeitraum ist  abhängig vom Kreditinstitut unterschiedlich lang. Unter Umständen kann man auch eine Verlängerung dieser Zeit aushandeln, was dann aber meist eine Erhöhung des Darlehenszinses für den gesamten Darlehensbedarf  und die gesamte Darlehenslaufzeit mit sich zieht.

Und hier stellt sich dann die  Frage: was kostet mich die Verlängerung einer bereitstellungszinsfreie Zeit gegenüber der Zahlung von Bereitstellungszinsen?

Der Zahlungsplan

Eine bereitstellungszinsfreie Zeit beginnt mit Darlehensvertragsabschluss. Nun sollte geklärt werden, bis wann der Großteil des Darlehens (inklusive Eigenkapital) gezahlt werden muss. Zu diesem Zeitpunkt sollte noch ein zeitlicher Puffer für Bauverzögerungen eingeplant werden. Dazu gibt es einen Zahlungsplan, der im Normalfall ein fester Bestandteil des Bauvertrages ist.  Wenn ein bestimmter Bautenstand / Bauabschnitt erreicht und überprüft  ist, werden Abschlagszahlungen fällig. Sobald der Zahlungsplan bekannt ist, können diese Informationen in die Finanzierung mit eingebracht werden.

Zum Beispiel: die Bauzeit bis zur Fertigstellung beträgt planmäßig 15 Monate. Der Großteil an Zahlungen (mehr als 80 Prozent) wird meist  innerhalb von zwölf Monaten geleistet. Die bereitstellungzinsfreie Zeit sollte demnach 12 Monate betragen, also bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Großteil an Zahlungen geleistet werden muss.

Oft fallen Bereitstellungszinsen in Höhe von 3% pro Monat an, Das hört sich erst einmal nach wenig an, sind aber 3% im Jahr.

Eine Verlängerung der beitragsfreien Zeit kostet pro Monat ca. 0,01 bis 0,03 Prozent. Kontrollieren Sie also bei einem Darlehensvertrag, ob die bereitstellungsfreie Zeit mit Ihrem Zahlungsplan übereinstimmt. So kann man dann auch vergleichen, was eine Verlängerung der bereitstellungsfreien Zeit auf die Laufzeit des Darlehens kostet und was man alternativ bei der Zahlung der Bereitstellungszinsen aufbringen muss.

Die bereitstellungszinsfreie Zeit sollt unbedingt einen Rolle spielen, wenn Sie einen passenden Baufinanzierer suchen.  Manch ein Angebot bietet einen niedrigeren Zinssatz , doch die Kosten für die Bereitstellung relativieren den Zinsvorteil.  Es kann aber auch durchaus sinnvoll sein,  Bereitstellungszinsen zu zahlen als einen Aufschlag auf den Sollzins der gesamten Finanzierung zu tragen.

Was im Einzelfall günstiger ist, ist abhängig vom individuellen Vorhaben und von den Bedingungen der etwaigen Bank.